Wissenschaftsprojekte

Die einzigartige Struktur der Gemarkung Fatschenbrunn mit ihren zahlreichen landschaftlichen und landwirtschaftlichen Besonderhei- ten hat das Interesse mehrerer Universitäten geweckt. Darüber hi- naus hat das Bayerische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie auch das Amt für Ländliche Entwicklung diese Besonderheiten erkannt und Programme zu deren Erhalt gefördert.

Diese Forschungsarbeiten sollen in weiterführende Projekte münden, z.B. in Leader-Programme der EU für innovative Projekte im ländlichen Raum.

 

Archäologisches Projekt Fatschenbrunn

Das Projekt „Kulturlandschaftliche Entwicklung der Gemarkung Fatschenbrunn in Mittelalter und Neu- zeit“ ist ein interdisziplinäres Vor- haben des Lehrstuhls für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit und der Professur für Historische Geographie der Universität Bamberg, sowie des Institutes für Geographie der Universität Er- langen. Es wird die Entwicklung der Kulturlandschaft durch die Zusam- menarbeit archäologischer, histo- rischer und naturwissenschaftli- cher Disziplinen untersucht. Ziel ist es eine Modellstudie zu erstellen, die naturräumliche und ökonomische Veränderungsprozesse in einer gut definierten ländlichen Region aufzeigt.

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Dr. Patrick Cassitti
Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters
und der Neuzeit der Universität Bamberg

 

Die Gemarkung Fatschenbrunn wurde ausgewählt, weil sich hier noch zahlreiche landschaftliche und landwirtschaftliche Besonder- heiten erhalten haben:

1 Flurstruktur
Die Flurstruktur, die heute noch weitgehend der des Urkatasters des frühen 19. Jahrhunderts entspricht und durch lange, schmale Grundstücke geprägt ist.

2 Relikte der Baumäckerkultur
Die Fatschenbrunner Gemarkung ist geprägt durch die hier am am besten erhalten Relikte der Baum- äckerkultur, die bis heute die Grundlage für die Hutzelherstel- lung bilden.

3 Rodungsinsel
Die Gemarkung liegt isoliert in einem Steigerwald-Hochtal in 400 bis 442 m/NN als Rodungsinsel um- geben von Buchenwäldern.

 


Historischer Landschaftswandel in Fatschenbrunn

In Zusammenarbeit mit Archäologen der Universität Bamberg wird zur Zeit der historische Landschaftswandel in der Gemar- kung Fatschenbrunn anhand von Böden und Sedimenten unter- sucht. Es sieht so aus, als habe die Landnutzung über Jahrhun- derte nicht zu einer Verschlechterung, sondern einer erheblichen Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit geführt. Ziel wird sein, die Gründe und charakterisierung dieser Veränderungen anhand von bodenkundlichen Analysen, sowohl im Gelände als auch im Labor zu untersuchen und zu erforschen.

 

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Kulturlandschaftsinventarisation des nördlichen Steigerwalds

Das Büro für Heimatkunde & Kulturlandschaftspflege in Morschen (Hessen) führt im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Energie, Landwirtschaft und Forsten eine kulturlandschaftliche Betrachtung des nördlichen Steigerwalds durch. Gegenstand der Kulturlandschaftsinventarisation ist neben der Erhebung der Merkmal prägenden Landschaftsbausteine – zu denen auch die Baumfel- derkultur Fatschenbrunns und die damit verbundene Hutzelherstellung gehört – eine Bewertung des kulturlandschaftlichen Potenzials hinsichtlich der Eignung für eine potenzielle Bewerbung als UNEScO-Weltkulturerbe oder zum Europäischen Kulturerbesiegel. Darüber hinaus sollen auch Impulse für die Heimatpflege, den Tourismus und die Regionalentwicklung gegeben werden.

Auf der Internetseite des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt können weiterführende Informationen und Berichterstattungen über das Projekt abgerufen werden, so z. B. die Vorträge von der Auftaktveranstaltung am 13.4.2015 im Steigerwald-Zentrum in Handthal.

KLICK für weiterführende Informationen

 

Botanische Begleitstudie über die Fatschenbrunner Feldflur

Zusätzlich zu den Forschungsar- beiten der Historischen Geogra- phie und der Archäologie arbeitet Dr. Bugla an botanischen Begleit- untersuchungen in Fatschenbrunn. In ihrem Focus steht die Unter- suchung der Wiesen und Hecken hinsichtlich der biologischer Qua- lität und der Artenzusammenset- zung. Das Augenmerk liegt auf dem Vorkommen von besonderen Arten im Vergleich zu gängigen Saatgutmischungen.

 

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Dr. rer. nat. Beate Bugla

 

Das Amt für Ländliche Entwicklung hat im Rahmen des in der Ab- schlussphase befindlichen Furbe- reinigungsverfahrens Dr. Bugla be- auftragt, den einzigartigen alten Obstbaumbestand zu erfassen, zu kartieren und zu bestimmen. Da- bei wurden 301 Bäume mit einem Stammumfang von mehr als 60 cm erfasst. Der Größte wurde mit 432 cm gemessen. Bei den Un- tersuchungen stellte sich heraus, dass eine große Anzahl von Sor- ten sich nicht bestimmen ließ. Es handelt sich vermutlich um Lokal- sorten oder woanders nicht mehr vorkommende Arten.

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