Hutzeln

Hutzeln vom Notvorrat zur Delikatesse für Kenner

„Eine Arche Noah,
die es zu erhalten gilt!“

Trocknung ist eine der ältesten Konservierungsmethoden der Menschheit. Schon in Ötzi´s Rucksack wurde Trockenobst gefunden. Ob unser Ur-Fatschi auch schon welches dabei hatte, als er sein Steinbeil verlor, ist leider nicht bekannt.

Um die Grundlage der Fatschenbrunner Hutzelkultur zu erklären, möchte ich mit dem Hinweis auf einen Forschungsbericht von Dr.Thomas Gunzelmann, Hauptkonservator beim Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege beginnen:

Dieser lautet: „Die Baumfelderkultur – ein fast ausgestorbenes Element der fränkischen Kulturlandschaft, wo sich besonders in Fatschenbrunn dichtere Baumfeldrelikte erhalten haben“.

Diese teilweise noch erhaltenen alten Baumfelder sind ein landschaftshistorisch und ökologisch besonders wertvolles Gebiet. Auf den langen, schmalen und terrassierten Flurstücken haben sich hunderte alter Obstbäume erhalten und prägen so unsere einzigartige Landschaft.

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(„Eine Arche Noah, die es zu erhalten gilt!“)

Diese auch als Stockfeldbau bezeichnete intensive Mehr-Etagen-Bewirtschaftungsform wurde bereits seit dem 15. Jahrhundert eingeführt. Für die stark wachsende Bevölkerung im 19. Jahrhundert (1855: 355 Einwohner) waren Trocken-Obst und Früchte ein lebenswichtiger Bestandteil der täglichen Ernährung.

Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die Hutzelherstellung zur wichtigen Einnahmequelle für die Bauern: Fast Jeder Bauernhof hatte seine eigene Därre. Nach dem Krieg und bis in die 80er Jahre wurden die Hutzeln in großen Mengen aufgekauft und an die Lebkuchenhersteller und Großbäckereien geliefert.

Der Markt wurde aber zunehmend von Großproduzenten aus dem Ausland versorgt. Für die traditionell hergestellten Hutzeln blieb nur ein Nischen-Markt, der aber immer noch von der Familie Pickel, vor deren Därre wir hier stehen und von mir beliefertt werden. Unsere Hutzeln werden nach wie vor, unter anderen, in München auf dem Viktualienmarkt verkauft. Eine wachsende Zahl neuer Liebhaber wird über das Internet versorgt.

Auch die Gastronomie hat die Hutzel als Beilage zu Braten und als Dessert wieder entdeckt. Ausdauer-Sportler und Wanderer schätzen sie als schnellen Energielieferanten – Reinhold Messner hatte bei seiner Everest-Besteigung welche in der Hosentasche. Regierungen und NGO`s empfehlen Trockenobst als wichtigsten Bestandteil von Krisenproviant. Um diese Hutzeltradition zu erhalten und fortzuführen, haben wir angeregt eine neue, zweckmäßige Gemeinschafts-Därre zu bauen. Das Amt für ländliche Entwicklung hat die Idee aufgenommen und Förderung zugesagt.

Eine ganz aktuelle und äußerst weit reichende Entwicklung ist, dass der Bezirk Unterfranken und das bayerische Kultusministerium unsere Bewerbung, die Baumfelder- und Hutzelkultur als Immaterielles Kulturerbe anerkennen zu lassen, aktiv unterstützen. Wir wären nach Oberammergau und der Limmersdorfer Tanzlinde die ersten, die den Eintrag in den Bereich Natur und Kulturlandschaft schaffen würden.

Durch die Massenproduktion und dem Qualitätsverfall in der Lebkuchenindustrie wurden jedoch keine Hutzeln mehr verwendet. Der Absatz ging rapide zurück. Die Hutzeln werden aber nach wie vor in München auf dem Viktualienmarkt angeboten. Eine in letzter Zeit wachsende Anzahl neuer Liebhaber wird nun direkt über das Internet in ganz Deutschland versorgt. Die gehobene Gastronomie hat die Hutzel auch als Zutat für Braten und Desserts entdeckt.

 

Herstellung

Auf speziellen Gittern werden die reifen Birnen in den Darröfen getrocknet. Dabei werden die frischen Birnen langsam von unten nach oben verbracht.
Zwischendurch werden die bereits fertigen Hutzeln aussortiert und die restlichen wieder zur weiteren Trock- nung auf höhere gelegen Gitter aufgebracht.

Inhaltsstoffe der Hutzel

Kalium, Calcium, Magnesium, Mangan, Eisen, Kupfer, Phosphor, Schwefel- und Kieselsäure. hoher Gerbstoff- und Ballaststoffgehalt

Verwendung

» Hutzelbrot

» Müsli

» Zutat zum Kochen
Auch die Gastronomie hat die Hutzel als Beilage zu Braten und als Dessert wieder entdeckt.

» Sportverpflegung
Ausdauersportler und Wanderer schätzen sie als schnellen Energielieferanten. Rein- hold Messner hatte bei seiner Everest- Besteigung Hutzeln in der Hosentasche.

» Krisenproviant
Regierungen und NGO‘s empfehlen Tro- ckenobst als wichtigsten Bestandteil von Krisenproviant.

 

 

Um diese Hutzeltradition zu erhalten, haben die Fatschenbrunn angeregt eine neue zeckmäßige Gemeinschaftsdärre zu bauen.

Das Amt für für Ländliche Ent- wicklung hat die Idee aufgenommen und die Förderung für das Projekt zugesagt

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